Heutzutage ist Island eines der friedlichsten und sichersten Länder der Welt, mit nur 1,6 Mordfällen pro Jahr, statistisch gesehen. Durch die geringe Bevölkerungszahl, wissen wir Isländer stets, wenn jemand stirbt – egal ob auf dramatische Weise oder nicht. Bist du bereit für die seltsamsten Todesfälle in Island?

Jonas Hallgrimsson

Isländischer Poet stürzt zu Tode

Wir fangen an mit einem der berühmtesten Isländer, die jemals gelebt haben. Jónas Hallgrímsson war einer der besten Poeten der Geschichte Islands, und erweckte den Nationalstolz des Landes mit seiner Poetengruppe Fjölnir. Sein Vermächtnis für das isländische Volk ist so gross, dass sein Geburtstag heute noch als Tag der isländischen Sprache gefeiert wird. Die Gruppe Fjölnir waren junge Isländer, die in Kopenhagen studierten, als Island unter dänischer Herrschaft stand. Dort starb Jónas. Mit nur 37 Jahren stürzte er auf einer Treppe und brach sein Bein. Man munkelt, er sei betrunken gewesen und die Stufen hinuntergestürzt. Sein Beinbruch führte zu Komplikationen und er starb letztendlich an einer Blutvergiftung. Leider starb einer der grössten Helden Islands einen nicht sehr heldenhaften Tod. Das nächste mal, wenn du ein Carlsberg zu viel getrunken hast, denke an ihn und laufe Treppen mit besonderer Vorsicht herunter.

Tod durch Skyr

Einer der isländischsten Todesfälle geschah im Jahr 1913 und der hatte natürlich mit Skyr zu tun, der Speise der Nation. Júlíana Silfa Jónsdóttir ermordete ihren Bruder Eyjólfur Jónsson indem sie Rattengift in sein Skyr mischte. Mehr Klischee geht nicht. Angeblich war der Mordversuch beauftragt von Júlíanas Liebhaber, der auch Jón Jónsson hiess. Skyr ist ein Milchprodukt, das reich an Protein ist und nahezu fettfrei und sehr gut schmeckt. Eyjólfur wollte sein Skyr geniessen und wurde stattdessen ins Jenseits befördert. Wir empfehlen, dass du Skyr im Supermarkt als Snack kaufst, oder aber es im Restaurant als Dessert probierst. Mit Blaubeeren schmeckt es besonders gut. Mit Rattengift nicht so sehr.

At Sea

Mann über Bord

Grossbritannien beschloss am 10. Mai 1940 nach Island einzumarschieren. Die Briten versuchten, die isländische Regierung zu überreden, sich deren Alliierten anzuschliessen, Island aber beharrte darauf, neutral zu bleiben. Das bedeutete, dass eine eher extravagante Truppe von 746 Männern der britischen Marineinfanterie auf vier britischen Marine Schiffen auf dem Weg nach Island war, ein Land, dessen Verteidigung aus 60 Polizisten und 300 unausgebildeten Reservisten bestand. Man könnte nun denken, dass das zu einem Blutbad führte. Das war allerdings nicht der Fall. Es gab nur einen einzigen Todesfall. Die Mission war geheim und die Marinesoldaten wussten nicht, wohin sie geschickt wurden. Das, verbunden mit der Tatsache, dass die jungen Soldaten neu rekrutiert worden waren und die meisten von ihnen mit Seekrankheit kämpften, führte dazu, dass einer der Marinesoldaten Selbstmord beging, indem er über Bord ging. Anscheinend ist der Gedanke, nach Island zu reisen, nicht bei allen beliebt.

Biercoktail und die 80er – was kann schief gehen?

Die nächste Geschichte ist eine besonders finstere, denn sie betrifft einen Nachtclub, ein Messer, Mobbing, und die 80er Jahre. Eine tödliche Mischung, wenn man mich fragt. Ein nameloser Teenager wurde vor dem Nachtclub Villti Tryllti Villi, was als „Wilder verrückter Willi“ übersetzt werden kann, erstochen. Ich vermute, der Name war in den 80ern akzeptabel. Er hatte einen Besucher des selben Nachtclubs die ganze Nacht lang drangsaliert, bis dieser genug hatte. Das ganze geschah zu Zeiten, als Bier in Island verboten war, weshalb man davon ausgehen kann, dass die jungen Männer „bjórlíki“ getrunken hatten, eine Mischung aus alkoholfreiem Pilsner und was auch immer der Barmann zur Hand hatte. In diesem Fall war es sicherlich eine tödliche Mischung. Tatsächlich wurde der Cocktail im selben Jahr von der Regierung verboten, als der Mord geschah: 1985. Bitte frage den Barmann nie nach bjórlíki. Es schmeckt so scheusslich, dass du es wirklich nicht probieren willst.

Isländischer Priester macht den Abgang

Zuletzt erzählen wir dir den Fall des zügellosen und wilden katholischen Priesters Jón Arason. Jón brach das Gesetz auf viele Arten. Er hielt sich nicht wirklich an die Verpflichtung, dass katholische Bischöfe keuch bleiben sollten, und zeugte unzählige Kinder im ganzen Land. Die katholische Kirche konnte das nicht mit ansehen. Was ihn jedoch wirklich in Schwierigkeiten brachte, war sein Widerstand gegen die lutherische Transformation in Island, die vom dänischen König Christian dem Dritten angeordnet wurde. Er geriet in einen Kampf zusammen mit seinen Söhnen Ari und Björn. Alle drei wurden prompt geköpft, und eine neue Redewendung entstand dabei. Ein anderer Priester sagte zu Jón „líf er eftir þetta, herra“ („Es gibt ein Leben nach diesem, Herr“) und Jón antwortete „veit ég það, Sveinki“ („Das weiss ich, kleiner Sveinn“). Diese Redewendung wird seitdem genutzt, wenn jemand etwas offensichtliches sagt. Zum Beispiel, wenn jemand feststellt, dass Island teuer ist.

Svenja Kristina Fritz
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