Wie Island; klein aber oho

Das Islandpferd ist genau wie Island sich selbst wahrnimmt: klein aber oho. Die Islandpferde sind kräftig und muskulös und im Winter haben sie langes dickes Fell. 

Islandpferde sind im Durchschnitt ca. 140cm gross. International werden die meisten Pferderassen, welche kleiner als 147cm sind, als „Ponys“ abgestempelt, aber es gibt auch einige Charakteristika, die ein Pferd zum Pony machen. Das Islandpferd ist exakt an der Grenze, aber alle unsere Pferde gelten als Pferde, weil wir das so entschieden haben.

Tatsächlich ist der nächste Verwandte des Islandpferdes das Shetland Pony, welches als Pony abgestempelt wird, weil sich Shetland offenbar nicht so gut um seine Pferdefreunde kümmert wie wir.

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Training oder gutmütige Natur?

Das Islandpferd ist auch ausserhalb Islands beliebt, weil es als gutmütig und freundlich gilt. Islandpferde sind berühmt für ihr gutes Temperament und ich selbst war geschockt als ich andere Pferderassen getroffen habe, wie temperamentvoll diese sein können. Was witzig ist, zieht man in Betracht wie unfreundlich wir Isländer sein können; unsere Sprache hat nicht ein mal ein Wort für „bitte“.

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So Läuft’s

Das Islandpferd ist einzigartig, denn es ist die einzige Pferderasse der Welt welches fünf verschiedene Gangarten hat. Andere Rassen haben nur drei, manche vier. 

Die üblichen Gangarten sind Schritt, Trab und Gallopp, aber Islandpferde können auch Tölt und Rennpass. Tölt ist das isländische Wort für diese Gangart, und auch das einzige Wort dafür, da sie nur beim Islandpferd vorkommt. 

Tölt ist eine schnellere Art des Schritts, jedoch viel beeindruckender, da die Pferde hierbei ihre Vorderbeine sehr hoch heben, und nur jeweils ein Bein den Boden berührt. 

Tölt ist sehr praktisch für den oft unebenen Untergrund auf Island, da es für einen stabilen Ritt sorgt, was vermutlich besonders in der Vergangenheit wichtig war, als es keine oder kaum Strassen auf Island gab. 

Jedoch können nicht ausnahmslos alle Islandpferde tölten, und selbst diejenigen, die die Gangart beherrschen, müssen darin trainiert werden. Wenn du also eine Reittour machst, stelle sicher dass du um ein Pferd bittest, was töltet!

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Bleib draussen…

Nach dem enttäuschenden Versuch, das Islandpferd mit orientalischen Rassen zu kreuzen, verbat das Wikingerparlament Alþing den Import von Pferden schon 982 n.Chr., um die Rasse rein zu halten. 

Als Resultat ist das Islandpferd eine rein gezüchtete Rasse seit über 1000 Jahren und es gibt auch kaum Krankheiten. Um das weiterhin sicherzustellen, gibt es sehr strenge Regulierungen für die Einfuhr von Satteln oder anderer Reitutensilien.

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… und komm nicht wieder!

Aufgrund des zuvor erläuterten Importverbotes, dürfen auch Islandpferde, die das Land einmal verlassen, nie wieder zurück kehren. Das bedeutet, dass Isländer, die im Ausland auf Reitturniere gehen, meist nicht ihr bestes Pferd mitnehmen, da sie es anschliessend verkaufen und zurücklassen müssten.

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Wikingerpferd

Die ersten Pferde wurden von den Wikingern, den frühsten Siedlern Islands, von den britischen Inseln zwischen 860 und 935 n.Chr. nach Island gebracht. Diese Pferde sind auch die Vorfahren der Shetland, Highland und Connemara Ponys. Genetisch haben sie einige Ähnlichkeiten mit dem mongolischen Pferd, welches über Russland nach Skandinavien kam. 

Studien zeigen, dass sich die Vorfahren dieser Pferde über die ganze Welt verteilt haben, vermutlich weil sie so bequem zu reiten sind.

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Geschichte und Kultur

Historisch gesehen war ein gutes Islandpferd schon immer wertvoll, sowohl aus praktischen Gründen als auch als Statussymbol. Es kommt auch in der nordischen Mythologie vor, beispielsweise als Sleipnir, Óðinn’s achtbeiniges Pferd.

Die Islandpferde begleiteten uns Isländer von Anfang an, zum Beispiel im Buch der Siedler, wo der Häuptling Sela-Þórir sein Lager dort aufschlägt, wo seine Stute Skálm sich ausruht. In den Islandsagas, zum Beispiel der Hrafnkels Saga, Njáls Saga und Grettis Saga, spielen Pferde eine wichtige Rolle in Schlachten, als Statussymbole oder sie beeinflussen den Lauf der Dinge entscheidend. Als beispielsweise der epische Held Gunnar á Hlíðarenda von seinem Pferd stürzt nachdem dieses stolpert, sieht er sein wunderschönes Land und beschliesst zu bleiben anstatt vertrieben zu werden, was zu seinem Tod führt. 

Bis heute sind Pferdezucht und Turniere in Island mit Status und Vermögen verbunden – ein gutes Pferd zu züchten kann viel Geld einbringen.

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Sie schmecken gut

Vor einigen Jahren war die Welt entsetzt über einen Skandal, als versehentlich Pferdefleisch in Lasagne verarbeitet und verkauft wurde. Die Isländer konnten darüber nur lachen, da Pferdefleisch hier nichts ungewöhnliches ist. Tatsächlich war es eine der Vorraussetzungen, dass noch immer Pferdefleisch gegessen werden durfte, als wir im Jahr 1000 n.Chr. zum Christentum konvertierten.

Nicht alle Isländer essen regelmässig Pferdefleisch, aber man findet es häufig auf der Speisekarte, und es schmeckt gar nicht mal so übel.

Du kannst eins reiten, jederzeit!

Es gibt eine grosse Auswahl an Reittouren in Island. Selbst für jemanden, der noch nie auf einem Pferd gesessen hat, denn Islandpferde sind für ihr gutmütiges Temperament bekannt und ausserdem sind sie eher klein – wenn man herunterfällt, fällt man nicht besonders tief! 

Für erfahrene Reiter empfehlen wir eine Tagestour oder sogar längere Touren. Das isländische Hochland ist beeindruckend und es auf dem Pferderücken zu entdecken, genau wie die Wikinger, ist ein einzigartiges Erlebnis.

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