Der zweite Weltkrieg hatte einen katastrophalen Effekt auf viele Länder. Bis heute ist er der zerstörerischste Konflikt der Geschichte. Auch an Island ging er nicht gänzlich vorbei, mit Todesopfern hauptsächlich unter den Seemännern. Ungefähr 230 Isländer starben im zweiten Weltkrieg. Für viele Menschen mag es überraschend klingen, dass der Krieg auch positive Auswirkungen auf Island hatte. In diesem Artikel erzählen wir, was in Island während des zweiten Weltkriegs geschah.

World War II

Island vor dem Krieg

In den Jahren vor dem Krieg war Island im Vergleich zu den meisten anderen westlichen Ländern kaum modernisiert. Die meisten Menschen lebten noch in Torfhäusern und waren von Agrikultur und Fischerei abhängig. Die Industrialisierung begann im frühen 20. Jahrhundert, viel später als im Rest Europas. Das liegt an Islands isolierter Lage im Atlantik, mit einem rauen Klima und geringer Einwohnerzahl. Durch die Auswirkungen des zweiten Weltkriegs wurde Island noch mehr von der restlichen Welt abgeschnitten, was den Lebensstandard nochmals verschlechterte. Es gab einen Mangel an Nahrung, da Grossbritannien Islands Handel mit den anderen skandinavischen Ländern beeinträchtigte, um zu verhindern, dass jeglicher Export nach Deutschland gelangen würde.

Turf House Iceland

Britische und amerikanische Besetzung

Am 10. Mai 1940 marschierten britische Truppen nach Island ein, um zu verhindern, dass die Deutschen das zuerst taten. Das Vereinigte Königreich begann, Islands Handel zu kontrollieren, um zu verhindern, dass Exportgüter nach Deutschland gelangten. Die Briten wollten sogar mit Island gegen die Deutschen kooperieren, Island jedoch wollte neutral bleiben. Als Island die Kooperation mit den Briten ablehnte, marschierte die britische Marine in Island ein, eine Truppe von 746 britischen Marinesoldaten. Die Truppen stiessen nicht auf Widerstand und stellten schnell strategische Stützpunkte auf. Sie waren im Hvalfjörður, Kaldaðarnes, Sandskeið, und Akranes um Landebereiche vor einem deutschen Konterschlag zu schützen. Dabei versprachen die Briten den Isländern Entschädigung, förderliche Handelsabkommen, sowie den Rückzug aller Truppen am Ende des Kriegs. Island dultete die britschen Truppen und behielt seine förmliche Nuetralität. Am 7. Juli 1941 wurde die Verteidigung Islands von den Briten an die Vereinigten Staaten übertragen, welche zu diesem Zeitpunkt noch immer ein neutrales Land waren.

Soldier

„Die Situation“

Die ausländischen Soldaten machten einen grossen Eindruck auf die Isländer. Sie brachten aufregende neue Dinge wie Kaugummi, Rockmusik und Fernsehen nach Island. Es waren aber nicht alle glücklich über deren Anwesenheit, und besonders die ältere Generation mochte die Freundschaften und Beziehungen zwischen den jungen isländischen Frauen und den amerikanischen Soldaten nicht. Die Isländer nannten dies „die Situation“. Um die isländischen Frauen zu „schützen“, wurde eine Spezialkommission der Regierung gegründet. Diese Kommission befragte und bestrafte Frauen, die mit Soldaten zu tun hatten, und sie wurden aufs Land geschickt, um dort zu arbeiten, oder aber in die Kleppjárnsreykir Institution eingewiesen, wo die jungen Frauen unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten wurden. Aber die isländische Regierung bestrafte nicht nur die Frauen. Um einen „homogenen Nationalkörper“ zu bewahren, verhieng die Regierung ein geheimes Verbot der Stationierung schwarzer Soldaten in Island. Dieser Bann wurde erst 1959 geändert.

Pilot

Ereignisse

Das Sinken der Bismarck

Im Winter des Jahres 1941 segelte ein 48,000 Tonnen britisches Marine Schlachtkreuzer namens HMS Hood zwei mal in den Hvalfjörður. Er war der grösste Schlachtkreuzer der britischen Marine. Zusammen mit dem Schlachtschiff HMS Prince of Wales sollte es das deutsche Schlachtschiff Bismarck ausser Gefecht setzen. Die Schiffe fanden die Bismarck, zusammen mit einem grossen Schiff namens Prinz Eugen, und eine grosse Seeschlacht begann. Die HMS Hood sank am 24. Mai 1941 weit von der Küste der Reykjanes Halbinsel entfernt. Nur drei von 1,421 Soldaten an Bord überlebten. Die Bismarck wurde einige Male getroffen, was grossen Schaden verursacht hatte. Das Schlachtschiff verlor Öl, was es den Gegner einfacher machte, ihren Spuren zu folgen. Am 27. Mai gelang es der britischen Luftwaffe, das Schiff mit Torpedos zu treffen, und die Truppen zerstörten das Schiff vor der Küste Frankreichs. Das Wrack der Bismarck wurde 1989 von Robert Ballard gefunden. Das Wrack der HMS Hood wurde 2001 entdeckt, und der Billionär Paul Allen liess es bergen.

Warship
A warship like the Bismarck

Verloren in einem Blizzard

Im Januar 1942 trainierten britische Soldaten einer neugegründeten Bergsteigertruppe, der King’s Own Yorkshire Light Infantry, in den Bergen in den Ostfjorden. Sie planten, von Reyðarfjörður über den Bergpass Hrævarsskörð nach Eskifjörður zu wandern, aber schlechte Weg- und Wetterbedingungen zwangen sie, ihre ursprüngliche Strecke zu verlängern, und sie gerieten in einen extremen Schneesturm. Die Männer verliefen sich in den Blizzard, und manche von ihnen liessen in ihm ihr Leben. Glücklicherweise wurden 48 der Soldaten von einer Farmerfamilie der Farm Veturhús in Eskifjörður gefunden und gerettet. Páll, einer der Söhne der Familie, fand einen erschöpften Soldaten auf dem Boden liegend zwischen den Farmhäusern. Er weckte seinen Bruder Magnús und die beiden verbrachten die ganze Nacht damit, die unterkülten, erschöpften und nassen Soldaten in Sicherheit zu bringen. Die Mutter und Schwester versorgten die Soldaten und backten ihnen Brot. Einer der Soldaten starb noch in der Nacht auf der Farm, und am nächsten Morgen fand man sieben weitere Leichen unweit der Farm im Schnee.

Snow trekking

SS El Grillo

Die SS El Grillo war ein britische Öltanker, der in Ostisland nach einer deutschen Luftattacke am 10. Februar 1944 sank. Das Schiff war mit Fliegerabwehrgeschützen und Unterwasserbomben ausgerüstet. Ausserdem hatte es eine Ladung von Öl an Bord. Während es bei Seyðisfjörður vor Anker lag, wurde es von drei deutschen Focke-Wulf Fw 200 Condors, die aus dem besetzten Norwegen kamen, attackiert und dabei stark beschädigt. Der Kapitän beschloss, das Schiff aufzugeben, um weiteren Schaden anderer Schiffe zu verhindern. Das Wrack der SS El Grillo liegt noch heute auf dem Meeresboden des Fjords. Es ist komplett von Algen bedeckt und ein beliebter Tauchort. Weil es ständig Öl verlor, wurden 2002 ca. 2,000 Tonnen Öl aus dem Wrack abgepumpt, sowie die verbliebenen Geschütze. Eyþór Þórisson, ein Restaurantbesitzer in Seyðisfjörður, begann, El Grillo Bier zu brauen, um dem Schiff zu gedenken, und das Bier ist beliebt bei Einheimischen und Besuchern.

El Grillo
Photo: www.dive.is

Island nach dem Krieg

Kurz vor Ende des Krieges, im Jahr 1944, erklärte Island seine Unabhängigkeit. Am 17. Juni 1944 wurde die Republik Island etabliert. Somit war Island nicht nur eine unabhängige Nation geworden, sondern entwickelte sich auch rascher hin zur Modernisierung, mit Hilfe der Einflüsse der amerikanischen Truppen. Arbeitslosigkeit endete, Strassen, Häuser und weitere Infrastruktur, wie der Flughafen in Reykjavík, wurden gebaut. Zudem bekam Island einen grossen Marshall Zuschuss, der genutzt wurde, um das Land weiter zu modernisieren, indem man Dämme, Zäune und Bewässerungssysteme baute. 1952 wurde die erste Zementfabrik eröffnet, was das günstige Herstellen von Betonhäusern ermöglichte. Zweifellos war der zweite Weltkrieg ein ökonomischer und kultureller Wendepunkt für Island.

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Reykjavík Airport was built by the British Army
Svenja Kristina Fritz
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